Funktionstests

ACTH-Stimulationstest (Kurzzeittest)

Indikation: funktionelle NNR-Reserve bei Insuffizienz, Adrenogenintales Syndrom (AGS)

Testdurchführung:

  • Nüchternblutentnahme für Basalwert, bitte kennzeichnen.
  • i.v. Injektion von 25 IE (= 0,25 mg) ACTH (z.B. Synacthen®)
  • Blutentnahmen nach 30 und 60 min, bitte jeweils kennzeichnen.
  • Bei Bestimmung von 17-Hydroxy-Progesteron sollte der Test in der ersten Zyklushälfte durchgeführt werden.

Untersuchungsmaterial: (Mindestmenge): je 2 ml Serum

Der zu untersuchende Parameter:

  • NNR-Reserve: Cortisol i.S.
  • AGS: Cortisol i.S., 17-Hydroxy-Progesteron i.S.

Referenzbereich:

  • NNR-Reserve: Cortisolanstieg nach 30 min auf 22,5 - 38,9 µg/dl, nach 60 min auf Werte > 20 µg/dl
  • AGS: 17-Hydroxy-Progesteron-Anstieg > 2,5 ng/ml

Bewertung/Interpretation: fehlender Anstieg spricht für Nebennierenrinden-Insuffizienz. Ggf. weitere/ergänzende Diagnostik.

13C-Atemtest

Indikation: Nachweis von Helicobacter pylori

Testdurchführung:
Der Patient sollte zur Durchführung nüchtern sein (mindestens 4 h).

  • Sammeln der Leerproben:
    • Den blauen Deckel eines Glasröhrchens mit der Beschriftung „0-Probe (Leerwert)“ abschrauben.
    • Die Spitze des Strohhalms am Boden des Röhrchens platzieren.
    • Der Patient atmet kräftig ein und bläst die Ausatemluft vollständig durch den Strohhalm in das Glasröhrchen
    • Deckel sofort auf das Röhrchen schrauben.

Wichtig!
Um Alveolarluft zu erhalten bzw. Totraumluft zu eliminieren, ist vollständiges Ausatmen erforderlich. Die ‚letzte Luft‘ hat den größten diagnostischen Aussagewert.

  • Dasselbe mit dem zweiten „0-Probe (Leerwert)“-beschrifteten Röhrchen (blauer Deckel) wiederholen.
  • Beide Röhrchen beschriften: Name des Patienten, Entnahmedatum, Zeitpunkt.

13C-Harnstoff-Einnahme:

  • 75 mg 13C-Harnstoffpulver (13C-Urea 75 mg) in 200 ml Fruchtsaft (mit 3 Essl. Zitronensaft) auflösen. Patient trinkt die Lösung.
  • Sammeln der Atemproben 30 Minuten nach Einnahme der Testsubstanz:
  • Wie oben beschrieben verfahren, jedoch jetzt die Glasröhrchen mit rotem Deckel und mit „30-Minuten-Probe“ beschriftet benutzen. Wieder beide Röhrchen mit Name des Patienten, Entnahmedatum und Zeitpunkt beschriften.

Der Erfolg einer Sanierung kann zuverlässig frühestens vier (besser: sechs) Wochen nach Ende einer Eradikations­therapie überprüft werden (sonst sind falsch negative Ergebnisse möglich).


Referenzbereich:

Δ-Werte: unter 2,5 ‰: negativ (1)
Graubereich: 2,5-4,0 ‰   (2)
Δ-Werte: über 4,0 ‰: positiv (3)

Bewertung/Interpretation:

(1) Zur Zeit kein Anhalt für eine Besiedelung mit Helicobacter pylori (Z.n. erfolgreicher Eradikationstherapie bzw. kein Anhalt für eine Helicobacter pylori-Infektion).

(2) Keine sichere Aussage möglich. Eine Infektion kann persistieren. Wurde die Analytik mindestens vier Wochen nach Therapie-Ende durchgeführt?

(3) Persistenz einer Infektion mit Helicobacter pylori.

Creatinin-Clearance, endogene

Indikation: Abklärung grenzwertiger und leicht pathologischer Serumcreatininwerte; Erfassung von Nierenfunktionsstörungen (z.B. infolge von Hypertonie, Diabetes mellitus) bei unauffälligen Serumwerten

Testdurchführung:

  • Blutentnahme zeitnah der Sammelperiode
  • 24-h-Urin sammeln (Beginn nach Leerung der Blase, keine Zusätze)

Untersuchungsmaterial (Mindestmenge): 1 ml Serum, 5 ml Sammelurin

Der zu untersuchende Parameter: Creatinin i.S. und i.U.

Referenzbereich: siehe Befundbericht (Alters- und Geschlechtsabhängigkeit)

Bewertung/Interpretation: funktionelle, vorwiegend glomeruläre Nierenschädigung

Dexamethason-Hemmtest (Kurzzeittest)

Indikation: Nebennierenrinden-Adenom, Diagnose des Cushing-Syndroms

Testdurchführung:

  • Nüchternblutentnahme für Basalwert um 8:00 Uhr
  • 2 mg Dexamethason p.o. um 23:00 Uhr
  • Blutentnahme am nächsten Morgen um 8:00 Uhr

Untersuchungsmaterial (Mindestmenge): je 2 ml Serum

Der zu untersuchende Parameter: Cortisol i.S.

Referenzbereich: Cortisolabfall unter 4 µg/dl bzw. unter 50 % des Ausgangswerts

Bewertung/Interpretation: Bei Vorliegen eines aktiven Adenoms oder Cushing-Syndroms kommt es nicht zu einem Cortisolabfall.

Dimaval-Mobilisationstest

Indikation: Verdacht auf Quecksilberintoxikation

Testdurchführung:

  • Zur Bestimmung der Basiswerte wird der morgendliche Spontanurin aufgefangen (=Urin I, vor Dimaval)
  • Ca. 1 Stunde vor dem Frühstück 3 Kapseln DIMAVAL® (Fa. Heyl) mit ca. 150 ml Flüssigkeit (Wasser, Tee, Kaffee, Limonade o. ä.) einnehmen.
  • Den nach Einnahme der Kaspseln anfallenden Urin über einen Zeitraum von 6-8 Stunden sammeln (= Urin II, nach Dimaval)

Untersuchungsmaterial: Spontanurin und 6-8 h-Sammelurin

Die zu untersuchenden Parameter: Creatinin, Kupfer, Zink, Quecksilber

Bewertung/Interpretation: siehe Befundbericht

Eisenresorptionstest

Indikation: Differentialdiagnose der Eisenmangelanämie, Verdacht auf Eisenresorptionsstörungen

Testdurchführung:

  • Durchführung morgens nüchtern, Bettruhe während des gesamten Testverlaufs
  • Blutentnahme zur basalen Serum-Eisenbestimmung, bitte Entnahmeröhrchen kennzeichnen
  • Einnahme von 200 mg zweiwertigem Eisen p.o. (z.B. 2 Kapseln ferro sanol duodenal®)
  • Eine Stunde nach Einnahme des Eisenpräparates kann der Patient frühstücken
  • Erneute Blutentnahme 2 und 4 Stunden nach Eisengabe, bitte Entnahmeröhrchen jeweils kennzeichnen

Untersuchungsmaterial: je 1 ml Serum, Hämolyse unbedingt vermeiden!

Die zu untersuchenden Parameter: Eisen i.S.

Bewertung/Interpretation:

  • Bei Eisenmangel und bei latentem Mangel ist der Basalwert niedrig, der Anstieg des Serumeisenspiegels ist bei intakten Resorptionsverhältnissen stark überschießend ( >= 200 µg/dl)
  • Bei Infekt- und Tumoranämien sowie bei intestinaler Resorptionsstörung ist der Basalwert niedrig, der Eisenanstieg ist vermindert
  • Eisen wird, bevorzugt als zweiwertiges Eisen, im Duodenum und oberen Jejunum resorbiert und ins Blut abgegeben. Bei latentem Eisenmangel steigt die Resorptionsquote deutlich an, sofern keine Eisenresorptionsstörung vorliegt. Die Eisenaufnahme hängt von der angebotenen Menge, der Integrität der Mucosa und der Menge an Speichereisen ab.

Fructosetoleranztest, oraler

Indikation: Diagnose einer intestinalen Fructoseintoleranz (Fructosemalabsorption)

Man unterscheidet zwei Formen der Fructoseintoleranz, die hereditäre Fructoseintoleranz sowie die intestinale Fructoseintoleranz (Fructosemalabsorption).

Die hereditäre Fructoseintoleranz ist eine angeborene, rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung (1: 20.000 Neugeborene). Durch Mutationen im Fructaldolase B (ALDO B-) Gen wird die aufgenommene Fructose zu Fructose-1-Phosphat phosphoryliert, kann aber nicht weiter abgebaut werden. Durch die Anhäufung von Fructose-1-Phosphat werden Gluconeogenese und Glycogenolyse gehemmt und es kommt zu Hypoglycämien. In der Regel manifestiert sich die hereditäre Fructoseintoleranz bereits im Säuglingsalter, sie kann jedoch auch latent bleiben.
Die Diagnose erfolgt durch eine molekulargenetische Untersuchung des Aldolase B Genotyps.

Die intestinale Fructoseintoleranz ist eine meist erworbene Erkrankung, bei der es durch verschiedene Erkrankungen zu einer Störung des Fructose-Transports im Dünndarm kommt, so dass die Absorption von Fructose aus dem Dünndarm reduziert ist. Fructose gelangt in größeren Mengen in den Dickdarm und wird dort durch Darmbakterien vergärt. Es kommt zu Symptomen wie Blähungen, Bauchschmerzen und Diarrhoen.
Die Diagnose erfolgt durch den oralen Fructosetoleranztest.

Testdurchführung:

  • Nüchternblutentnahme für Basalwerte
  • Orale Gabe von 1,0 – 1,5 g Fructose/kg KG als 10%ige Lösung (Wasser oder Tee)
  • Blutentnahme nach 30, 60, 90 und 120 Minuten, bitte jeweils kennzeichnen

--> während des Tests nicht essen, nicht trinken und nicht rauchen, keine körperliche Belastung

Untersuchungsmaterial: jeweils 2 ml NaF-Blut

Die zu untersuchenden Parameter: Fructose, Glucose

Referenzbereich:

Fructose nüchtern < 5mg/dl
Fructoseanstieg6-15 mg/dl
Abfall auf Ausgangswert nach 120 Minuten

Bewertung/Interpretation: Ein Anstieg unter 6 mg/dl deutet auf eine intestinale Fructoseintoleranz hin.

Bei hereditärer Fructoseintoleranz: Fructoseanstieg auf > 40 mg/dl sowie zusätzlich Abfall der Glucosekonzentration.

Eine Alternative ist die Durchführung eines H2-Fructose-Atemtests.
Dieser wird in Kinderkliniken oder bei spezialisierten Kinderärzten angeboten.

CAVE: Vor Durchführung eines oralen Fructosetoleranztestes muss eine hereditäre Fructoseintoleranz unbedingt ausgeschlossen sein, bei diesen Patienten kann es zu lebensbedrohlichen Hypoglykämien kommen!

Glucosetoleranztest, intravenöser (ivGTT)

Indikation: wie bei oGTT (bei Resorptionsstörungen durch Magenresektion, Colitis, Malabsorption etc.)

Testdurchführung:
• Blutentnahme (Basalwert)
• 0,5 g Glucose (20-50%)/kg KG i.v. innerhalb 4 min
• Blutentnahmen alle 10 min über 1 h

Untersuchungsmaterial: NaF-Blut, Kapillarblut

Der zu untersuchende Parameter: Glucose i.B.

Referenzbereich: Bewertung des Glucoseassimilationskoeffizienten KG:

< 1,0: diabetische Stoffwechsellage
1,0-1,2: grenzwertig
> 1,2: unauffällig

Glucosetoleranztest, oraler (oGTT)

Indikation: grenzwertige Blutglucosewerte, V.a. gestörte Glucosetoleranz, V.a. renalen Diabetes, Bestimmung der Sekretionsleistung der beta-Zellen

Testdurchführung:

  • Blutentnahme nüchtern, der Test sollte morgens bis 9:00 Uhr begonnen werden
  • Vor Beginn des Testes sollte die Blase entleert werden.
  • 75 g Glucose/Oligosaccharide oral innerhalb 5 min
  • Blutentnahme nach 2 Stunden
  • 3 Tage lang vor Testdurchführung: kohlenhydratreich ernähren, unauffällige körperliche Tätigkeiten ausüben und - falls möglich - bestimmte Medikamente absetzen (z.B. Diuretika, Kortikosteroide, hormonelle Kontrazeptiva, Schilddrüsenhormone)
  • 12 h vor Testdurchführung: Nahrungskarenz

--> während des Tests nicht essen, nicht trinken und nicht rauchen, keine körperliche Belastung

Untersuchungsmaterial: NaF-Blut, Kapillarblut, bei Schwangeren nur NaF-Blut

Der zu untersuchende Parameter: Glucose i.B.

Referenzbereiche:
Männer, Frauen (nicht schwanger), Kinder

 unauffälligpathologische Glucosetoleranzdiabetisch
nüchtern≤ 100 mg/dl101 bis < 126 mg/dl≥ 126 mg/dl
2 h≤ 139 mg/dl140 bis < 200 mg/dl ≥ 200 mg/dl

Schwangere (entsprechend Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Richtlinien über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschaftsrichtlinien) bezüglich des Screenings auf Gestationsdiabetes vom 15.12.2011)

 unauffälligpathologische Glucosetoleranz/diabetisch
Screening-Test (s.u.)< 135 mg/dl 
nüchtern< 92 mg/dl≥ 92 mg/dl
1 h< 180 mg/dl≥ 180 mg/dl
2 h< 153 mg/dl≥ 153 mg/dl

Screening-Test (Challange-Test):
Zwischen 24+0 und 27+6 Schwangerschaftswochen Bestimmung der Plasmaglucosekonzentration eine Stunde nach oraler Gabe von 50 g Glucoselösung (unabhängig vom Zeitpunkt der letzten Mahlzeit, nicht nüchtern).
Schwangere mit Blutzuckerwerten ≥ 135 mg/dl und ≤ 200 mg/dl erhalten zeitnah einen oralen Glucosetoleranztest mit 75 g Glucose nach Einhaltung von mindestens 8 Stunden Nahrungskarenz.

GnRH-Test

Indikation: Überprüfung der Hypophysenfunktion: Differenzierung zwischen hypothalamischer und hypophysärer Insuffizienz bei negativem Clomifentest

Testdurchführung: Blutentnahme für Basalwert
Gabe von 100 µg (Männer) bzw. 25 µg (Frauen) GnRH (z.B.LH/RH Ferring® oder 0,1 mg Relefact® LH/RH) i.v.

Blutentnahme:
Männer: Bestimmung von LH u. FSH nach 30 Min.
Frauen: Bestimmung von LH nach 25 Min.
Bestimmung von FSH nach 45 Min.

--> Test evtl. nach 1 Woche pulsatiler GnRH-Gabe wiederholen!

Untersuchungsmaterial (Mindestmenge): je 1 ml Serum

Der zu untersuchende Parameter: FSH i.S./LH i.S.

Referenzbereich: FSH- und LH-Anstieg um etwa Faktor 2

Bewertung/Interpretation:
• hypothalamische Störung: niedriger Basalwert, gute Stimulierbarkeit
• hypophysäre Störung: niedriger Basalwert, fehlende Stimulierbarkeit
• bei Männern: hoher Basalwert und überschießende Stimulierbarkeit bei primärem Hypogonadismus

hCG-Test

Indikation: Überprüfung der inkretorischen Hodenfunktion (Leydig-Zellen)

Testdurchführung:
• Blutentnahme für basales Testosteron, Androstendion: 8:00 Uhr
• Gabe von 5000 IE HCG i.m. (z.B. Predalon® oder Pregnesin®)

Blutentnahmen nach 48 und 72 h

Untersuchungsmaterial (Mindestmenge): je 1 ml Serum

Der zu untersuchende Parameter: Testosteron i.S., Androstendion i.S.

Referenzbereich: Anstieg auf mindestens das Doppelte (unter 60 Lebensjahre) bzw. das 1,4-fache (über 60 Lebensjahre) des Basalwerts

Bewertung/Interpretation:
• kein Anstieg: primärer Hypogonadismus
• Anstieg: sekundärer Hypogonadismus (durch LH-Mangel)

Laktosetoleranztest

Indikation: Ausschluss einer Laktoseunverträglichkeit, Laktasemangel, Laktosemalabsorption

Testdurchführung:

  • Nüchternblutentnahme
  • Trinken von 50 g Laktose in 400 ml Wasser gelöst (Säuglinge 4 g/kg KG, Kinder 2 g/kg KG, maximal 50 g als 25%-ige Lösung).
  • Weitere Blutentnahmen nach 60 und 120 Minuten.

--> während des Tests nicht essen, nicht trinken und nicht rauchen, keine körperliche Belastung

Untersuchungsmaterial: jeweils ein Röhrchen NaF-Blut

Der zu untersuchende Parameter: jeweils Blutzucker (Glucose)

Referenzbereich/Bewertung/Interpretation:

  • Der Anstieg von mindestens einem Wert um mindestens 20 mg/dl (Serumglucose) gegenüber dem Nüchternwert spricht gegen eine Laktoseunverträglichkeit.
  • Ein fehlender Anstieg bzw. zu geringer Anstieg gegenüber dem Nüchternwert verbunden mit klinischer Symp­to­ma­tik (abdominelle Beschwerden) sprechen für eine Laktose-Intoleranz.

Phosphat-Clearance

Indikation: Nebenschilddrüsenfunktionsstörungen, tubuläre Nierenerkrankungen mit Phosphatverlust

Testdurchführung:
07:00 Uhr nüchterner Patient trinkt 500 ml Tee
08:00 Uhr Entleeren der Blase in die Toilette, nochmals 250 ml Tee trinken
09:00 Uhr Entleeren der Blase in Sammelflasche I, Blutentnahme zur Bestimmung von Phosphat
10:00 Uhr Entleeren der Blase in Sammelflasche II, Bestimmung von Phosphat im Serum und in beiden
Sammelurinen, Messen der Urinausscheidung der 2 Sammelperioden.


Untersuchungsmaterial (Mindestmenge): 2 ml Serum, je 10 ml Sammelurin I und II
(bitte jeweilige Sammelmenge angeben)

Der zu untersuchende Parameter: Phosphat i.S. und Phosphat i.U. je I und II

Referenzbereich: 5,4-16,2 ml/min

Erhöhte Werte:
primärer oder sekundärer Hyperparathyreoidismus
Defekte der Nierentubuli
Phosphatdiabetes
renal tubuläre Azidose

Verminderte Werte:
akutes oder chronisches Nierenversagen
Hypoparathyreoidismus
Akromegalie
Gravidität
Wachstumsalter

Bitte beachten:
--> Nierenfunktion mittels endogener Creatinin-Clearance mitbestimmen.

Prolaktin-Stimulationstest

Indikation: Prüfung der Funktion des Hypophysenvorderlappens bei Prolaktinomverdacht und Sterilitätsdiagnostik

Testdurchführung:
• Blutentnahme für Basalwert
• 10 mg Metoclopramid (Paspertin®) i.v. bzw. 200 µg TRH (z.B. Antepan®) i.v.
• nach 30 min Blutentnahme

Untersuchungsmaterial: 2 ml Serum

Der zu untersuchende Parameter: Prolaktin i.S.

Referenzbereich:
• nach Metoclopramid: mindestens Anstieg des Basalwertes auf das 7-10-fache
• nach TRH (Antepan®): mindestens Anstieg des Basalwertes auf das 2-fache

Bewertung/Interpretation:
• Prolaktinom: Basalwert erhöht, kein oder geringer Anstieg nach Stimulation
• funktionelle Hyperprolaktinämie: Basalwert unauffällig oder gering erhöht, überschießender Anstieg nach Stimulation

Sekretinprovokationstest

Indikation: Differenzialdiagnostik der Hypergastrinämie, V.a. Zollinger-Ellison-Syndrom

Testdurchführung:
• Blutentnahme für Basalwert
• 2 E Sekretin/kg KG i.v.
• Blutentnahmen nach 2, 5, 10, 15 und 30 min

Untersuchungsmaterial (Mindestmenge): je 1 ml Serum

Der zu untersuchende Parameter: Gastrin i.S., unbedingt praeanalytische Hinweise beachten

Bewertung/Interpretation:
Zollinger-Ellison-Syndrom: Gastrinanstieg von ≥ 200 pg/ml

TRH-Stimulationstest

Indikation: Überprüfung des Regelkreises Hypophyse-Schilddrüse

Testdurchführung:
• Blutentnahme für Basalwert (TSH I)
• Erwachsene: 200 µg TRH (Thyroliberin® oder Antepan®) i.v.
• Kinder: 1 µg/kg KG
• Nach 30 min Blutentnahme (TSH II)

Untersuchungsmaterial (Mindestmenge): je 1 ml Serum

Der zu untersuchende Parameter: TSH i.S.

Referenzbereich/Interpretation:
Euthyreose: Anstieg 2,5-25,0 µU/ml
Hypothyreose: Anstieg über 25,0 µU/ml
Hyperthyreose: Anstieg unter 2,5 µU/ml

--> Wiederholung frühestens nach 14 Tagen

Xylose-Belastungstest (D-Xylose, oral)

Indikation: Differenzialdiagnose einer Malabsorption

Testdurchführung:
• Harnblase entleeren
• 25 g D-Xylose in 300 ml Wasser gelöst zügig trinken.
• anschließend Harnsammlung über 5 h, während der Sammelperiode innerhalb der ersten beiden Stunden nochmals 300 ml Wasser oder ungesüßten Tee trinken
• 2 h nach Versuchsbeginn Blutentnahme zur Bestimmung der Serumkonzentration

--> Test bei nüchternem Patienten durchführen: letzte Mahlzeit 12 h vor Untersuchung

Untersuchungsmaterial (Mindestmenge): 2 ml Serum, 5-h-Sammelurin

Der zu untersuchende Parameter: D-Xylose i.S. und D-Xylose i.U.

Referenzbereich:
D-Xylose i.S.: über 30 mg/dl (nach 2 Stunden)
D-Xylose i.U.: > 16% der verabreichten Menge

Bewertung/Interpretation:
• erniedrigte Werte bei gestörter Resorption im oberen Dünndarm, z.B. infolge Zöliakie, tropischer Sprue

--> Vor der Testung ist eine Nierenfunktionsstörung auszuschließen.

Kinder:
Bei Kleinkindern und Kindern empfiehlt es sich, lediglich die Serumkonzentration zu ermitteln, da erfahrungsgemäß die Gewinnung eines Sammelurins nicht korrekt durchzuführen ist.

Testdurchführung:
• Kleinkinder/Kinder (bis 30 kg Körpergewicht) erhalten morgens nüchtern 5 g D-Xylose in 100 bis 200 ml Wasser gelöst.
• 1 Stunde nach Versuchsbeginn Blutentnahme zur Bestimmung der Serumkonzentration

Referenzbereich: über 20 mg/dl D-Xylose i.S.

Die notwendigen Testreagenzien können auf Anforderung nach Rücksprache gerne über das Labor bezogen werden.

LABOR DR. RIEGEL

Das inhabergeführte Labor Dr. Riegel bietet seit 1982 ein umfassendes diagnostisches Leistungsspektrum für Einsender aus Praxen und Kliniken an. Das Labor in Wiesbaden steht für moderne Labordiagnostik, fachliche Kompetenz und ein hohes Maß an Serviceorientierung.

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