Umstellung der Antibiotika-Resistenztestung auf EUCAST

01.01.2017

Umstellung der Antibiotika-Resistenztestung auf EUCAST

Umstellung der Antibiotika-Resistenztestung auf EUCAST


Im Januar 2017 werden wir die Antibiotika-Resistenztestung auf das Normensystem des EUCAST umstellen, ergänzt durch die Empfehlungen des NAK (Nationales Antibiotika-Sensitivitätstest-Komitee).

Im Zuge einer europaweiten Harmonisierung der antibiotischen Resistenztestung erarbeitete das „European Commitee on Antimicrobial Susceptibility Testing“, kurz EUCAST, einheitliche Standards für die Bestimmung und Interpretation von MHK-Werten (Minimale Hemmkonzentration = die niedrigste Konzentration des Antibiotikums, die das Wachstum des untersuchten Keimes in vitro vollständig hemmt).

Der Ansprechpartner von EUCAST für Deutschland ist das NAK. Dieses hat sich 2012 auf Initiative von Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) und des Robert Koch-Instituts (RKI) gegründet. Das NAK pflegt einen Informationsaustausch mit dem EUCAST, sorgt für Überprüfung, Veröffentlichung und ggf. Ergänzung der EUCAST-Dokumente (Grenzwerte u.a.) und die jährliche Aktualisierung der Dokumente, arbeitet an Ausarbeitung von Empfehlungen zur Umsetzung und Anpassung der veröffentlichten Grenzwerte und ist auch Ansprechpartner für Fragen aus den diagnostischen Laboren.

Vorteile:

  • Bei der Normerstellung wurden besonders die klinischen und pharmakologischen Aspekte berücksichtigt, und die in Europa üblichen Therapieschemata sind mit in die Bewertung eingeflossen.
  • Aufgrund der europaweiten Gültigkeit bietet die EUCAST-Norm darüber hinaus auch die Möglichkeit einer regionalen (Labor zu Labor) und länderübergreifenden Vergleichbarkeit von Befunden sowie auch von Statistiken zur Resistenzentwicklung.
  • Die Richtlinien der EUCAST sind unabhängig von jeglichen kommerziellen Interessen, transparent und nachvollziehbar

Was ändert sich für Sie?

  • Auf den ersten Blick wenig. Für Keime, für die wir bisher Antibiogramme erstellt haben, wird es auch weiterhin eine Resistenztestung geben.
  • Unter Berücksichtigung von in vitro Testungen, bekannten Resistenzmechanismen und den Empfehlungen des Normensystems werden unsere Testergebnisse weiterhin in Bewertungen wie „S“ (sensibel), „I“ (intermediär) und „R“ (resistent) übersetzt.
  • Wobei "Intermediär" bedeutet, dass der getestete Mikroorganismus bei Anwendung einer hohen Dosis oder in einem Kompartiment, in dem sich das Antibiotikum anreichert, noch therapiert werden kann.
  • Wir bieten Ihnen künftig therapeutische Kommentare an, z.B. wenn der Einsatz des Antibiotikums nur bei unkompliziertem Harnwegsinfekt erfolgversprechend ist.
  • Der Aufbau des Antibiogrammes bleibt weitgehend gleich. Sonderwünsche zur Austestung von speziellen Antibiotika werden, soweit nach dem Regelwerk des EUCAST möglich, berücksichtigt. Dennoch kann es in Ausnahmefällen Antibiotika-Keim-Konstellationen geben, für die wir keine Testung/ Interpretation anbieten können.
  • In diesen Fällen zögen Sie nicht, persönlich mit uns für eine individuelle Beratung in Kontakt zu treten!

Insgesamt ist die Umstellung auf die europäische Norm EUCAST für beide Seiten, Sie als Einsender und uns als Labor, von Vorteil, da ein noch höheres Maß an Zuverlässigkeit und Qualität beim mikrobiologischen Befund garantiert wird.

Haben Sie noch Fragen im Zusammenhang mit der EUCAST-Einführung?

Die leitende Fachärztin der Mikrobiologie Frau Frauke Collenbusch (0611 73 73 636) sowie ihre Stellvertreterin  Frau Dr. rer. nat. Beate Fischer (0611 73 73 638) stehen Ihnen gern zur Verfügung. 

LABOR DR. RIEGEL

Das inhabergeführte Labor Dr. Riegel bietet seit 1982 ein umfassendes diagnostisches Leistungsspektrum für Einsender aus Praxen und Kliniken an. Das Labor in Wiesbaden steht für moderne Labordiagnostik, fachliche Kompetenz und ein hohes Maß an Serviceorientierung.

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